Zum Inhalt springen

Waldbrandteam in Vila Nova de Poiares 

  • von

In der Zeit vom 15.08. – 29.08.2026 waren insgesamt 5 Mitglieder des Vereines bei unserer Partnerfeuerwehr in Vila Nova de Poiares in Zentralportugal. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre war dies als Unterstützungseinsatz angelegt, bedingt durch die Witterung wurde es eine intensive Ausbildungszeit mit entsprechendem Austausch. 

Nach einer Anreise der ersten vier Mitglieder wurde zunächst das Quartier bezogen. Es gab abgesetzt von dem Schlafsaal der portugiesischen Feuerwehrleute einen eigenen für unsere Mitglieder. Ansonsten durften sich unsere Mitglieder alle Bereiche der Bombeiros Voluntarios Vila Nova de Poiares mit den heimischen Feuerwehrleuten teilen und wurden in den Alltag der Wache integriert. 

Die Besonderheit an einer Freiwilligen Feuerwehr in Portugal ist, dass diese in Schichten die Feuerwache besetzen und entsprechend ausrücken. Eine Alarmierung über Meldeempfänger wie in Deutschland erfolgt nicht. Dienstfreie Kräfte können über Sirenen alarmiert werden. Auch gibt es andere Taktiken bei den Einsätzen zur Gebäudebrandbekämpfung und technischen Hilfeleistung. Zudem sind die Bombeiros auch für den Rettungsdienst und Krankentransport verantwortlich. 

Intern hatten sich unsere vier Mitglieder entsprechend aufgeteilt, wer als erster ein Fahrzeug mit besetzt, seitens der portugiesischen Feuerwehr war die Absprache getroffen worden, dass jeweils ein Mitglied des Waldbrandteam ein Fahrzeug als „Nosle-Men“ (zu Deutsch: Strahlrohrführer) ergänzt. Die erste Woche war von einer trockenen Witterung mit Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius geprägt, hier gab es verschiedene Alarmierungen der Bombeiros. Größere Feuer wie im letzten Jahr blieben allerdings aus. Jedoch gab es kleinere Feuer und Pre-Positioning-Einsätze in Nachbarkommunen. So waren nahezu täglich Alarmfahrten zu verzeichnen. 

Während der einsatzfreien Zeit wurden verschiede Übungen im Gelände sowie auf einem Übungsgelände durchgeführt. Themen wie Schlauchverlängerung unter Druck, richtiger Einsatz des FireShelter und Handwerkzeuge wurden intensiviert und die detaillierten Anforderungen der Gastgeber kamen denen unseres Vereins sehr nahe, so dass eine gute Basis vorhanden war. 

Zur Halbzeit tauschten zwei Mitglieder, so dass unverändert vier Mitglieder vor Ort waren. Bedingt durch den Wetterumschwung waren in der zweiten Woche keine Wildfire zu verzeichnen. So konzentrierte man sich auf die theoretische und je nach Witterung praktische Ausbildung. Die Themen waren der Aufbau des Feuerwehrsystem in Portugal, eine Schulung zu den Funkgeräten und den Vorgaben der Nutzung. Ebenso erfolgte eine Gebietskunde, Erste Hilfe im Feld, Analyse des Feuerwetters sowie Theorie zu extremen Feuerverhalten und eine Einsatzübung im bergigen Gelände. Ebenso konnte die Leitstelle in Coimbra und deren Berufsfeuerwehr besichtigt werden. Hierbei konnten zahlreiche Gemeinsamkeiten mit dem deutschen System, aber auch Unterschiede festgestellt werden. Insbesondere im Bereich der Früherkennung sind die über das gesamte Land verteilten Kameratürme eine sehr wertvolle Hilfe bei Früherkennung. Diese haben einen Rundumblick und erfassen Temperatur, Windrichtung und -Geschwindigkeit sowie Luftfeuchtigkeit. Alles Parameter, die sich enorm auf die Ausbreitung auswirken.  

Neben dem feuerwehrtechnischen Austausch gab es auch Gelegenheit zum Austausch auf persönlicher Ebene. Ebenso erhielt man eine Teilnahme am Santa Maria Festival. Dies wird zu Ehren der heiligen Maria gefeiert und man konnte die Landsleute in entspannter Atmosphäre kennenlernen. 

Im nächsten Jahr steht im April der Besuch einer Delegation der Bombeiros in Portugal an. Hier konnten bereits die Rahmendaten abgesteckt und Wünsche nach Vertiefungen im deutschen Feuerwehrsystem mitgenommen werden.