In den vergangenen zweieinhalb Wochen waren drei unserer Mitglieder zu einer erneuten Hospitation bei unserem argentinischen Kooperationspartner S.P.L.I.F (Servicio de Prevención y Lucha contra Incendios Forestales) in Bariloche in der Provinz Rio Negro. Neben der Wache in Bariloche konnte man auch den Standort in El Bolson besuchen. Zudem wurde ein Rahmenprogramm geboten. Im Rahmen der Wach-Besetzung haben unsere Mitglieder auch an Übungen und Einsätzen teilgenommen.
Nach dem Start der Anreise am 17. Januar erreichten unsere Mitglieder wie geplant am folgenden Tag unsere Partner in Bariloche. Der Kontrast zum Wetter in Deutschland war enorm, da aktuell Sommer in Argentinien ist. Hier waren zu diesem Zeitpunkt milde 25 Grad Celsius. Nach der Ankunft wurde direkt der botanische Garten besichtigt. Hier wurden die einheimischen und endemischen (eingeschleppten) Arten vorgestellt. Dies ist auch bei der Beurteilung des Feuers bzw. seiner Entwicklung ein zu berücksichtigender Faktor. Im Anschluss ging es zusammen mit den Mitgliedern der NGO SOS Wildfire ins Nationalparkmuseum im Zentrum Bariloches. Hier gab es interessante Einblicke in die Struktur und Geschichte des Gebietes. Ebenfalls interessant war der Besuch bei der Firma INVAP. Diese stellt Satelliten her. Hier ist ein Projekt, welches zur Waldbrandfrüherkennung dient angesiedelt. Hierzu konnte eine interessante Diskussion geführt werden. Als letzter Programmpunkt stand die Besichtigung der Waldbrandbrigade des Nationalparks Nahuel Huapi und ein Einblick in deren Equipment und Fuhrpark auf dem Programm. Auch hier gab es einen interessanten Austausch zur Waldbrandprävention.
Der erste Tag auf der Wache der S.P.L.I.F. diente dem Kennenlernen und der Vorstellung. Es wurde unseren drei Mitgliedern isnbesondere der Bereich der FBAN (Fire Behavior Analyst), der Funkturm sowie weitere Räumlichkeiten und er Fuhrpark vorgestellt. Am Nachmittag wurde man in eine Übung eingebunden. Bei sommerlichen 30 Grad galt es mit Pulaski, McLoud und Gorgui eine Line zu schlagen. Hierbei wurden die Positionen entsprechend gewechselt. Als Abschluss der Übung wurde die Schlauchverlängerung traininiert.
Ebenso wurden unsere Mitglieder in die Ausbildungsgruppe eingebunden. Hier wurde mit der Kettensäge sowie Mark 3 (Pumpe) geübt. Es galt aus einem offenen Gewässer Wasser zu entnehmen und die Schlauchleitung zu verlängern. An diesem Tag erfolgte auch der erste Alarm. Zusammen mit drei einheimischen Kräften war man auf einem Löschfahrzeug eingeteilt und machte sich auf den 30 minütigen Weg zum Einsatzort. Dort waren bereits Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort, so dass man zu einem anderen Einsatz umgeleitet werden konnte. Inklusive Nachlöscharbeiten dauerte der Einsatz 5 Stunden, unsere Kräfte kamen im Erstangriff zum Einsatz. Im Verlauf des Einsatzes wurden auch ein Hubschrauber sowie ein Löschflugzeug eingesetzt.
Nach einer Zeit ohne besondere Vorkommnisse, in der neben Ausbildung auch ein wenig Freizeit auf dem Plan stand, verlegte man mit dem Liason Manager der S.P.L.I.F. nach El Bolson, um die in der Nachbarregion Chubut brennenden Feuer zu begutachten. Hier konnte man die Entwicklung sehr gut sehen und besprechen. Nach einer Führung und Einweisung auf die Wache in El Bolson wurden unsere Kräfte auch in der Tagschicht eingeteilt und nahmen am Dienstsport (Volleyball) teil. Neben einem Fehlalarm mit einer An- und Abfahrt von 2 Stunden und einigen Kontrollfahrten wurde der Dienstbetrieb unterstützt. Neben der sehr familiären Aufnahme bleibt unseren Mitgliedern die Teilnahme am Umzug zum 100-jährigen bestehen des Ortes in Erinnerung. Dieser war sehr prägend und emotional, selbst als Zugereister.
Nach einer Abschlussbesprechung mit der Leitung und dem Liason bei S.P.L.I.F. in Bariloche konnte noch der Hubschrauber der S.P.L.I.F. besichtigt werden. Die Rückreise erfolgte über Santiago de Chile und Madrid zurück nach Deutschland.


















